Dusche läuft langsam ab
Erst bleibt nur ein Rest Wasser an den Füßen stehen, dann reicht die Wanne bis zu den Knöcheln. Meist lässt sich die Ursache mit wenigen Handgriffen am Ablauf eingrenzen. Was Sie selbst prüfen dürfen und woran Sie erkennen, dass ein Fachbetrieb tiefer in die Leitung schauen muss, lässt sich Schritt für Schritt klären.

Der Weg des Wassers von der Wanne bis zum Fallrohr
Das Duschwasser fließt durch den Ablaufstutzen in den Siphon, der einen Wasserverschluss gegen Gerüche bildet. Von dort führt ein Rohr mit leichtem Gefälle zum Fallrohr der Wohnung. Jede dieser Stationen kann sich zusetzen, und jede verrät ihre Störung durch ein eigenes Muster.
Bei einer Verstopfung dicht am Ablauf sammelt sich Wasser schon nach kurzer Zeit in der Wanne. Sitzt das Hindernis erst im Rohr hinter dem Siphon, läuft anfangs noch ein Großteil ab, und der Pegel steigt nur bei längerem Duschen. Dieser Unterschied hilft, die richtige Stelle zu finden, bevor jemand etwas aufschraubt.
Ein Sonderfall ist die Dusche im Keller oder im Souterrain. Sie liegt oft tiefer als andere Anschlüsse und reagiert empfindlicher, wenn der Kanal im Haus voll läuft. Steigt das Wasser dort gleichzeitig mit Gluckern in anderen Abläufen, ist nicht die Wanne das Problem. Dann sollten Sie die gemeinsame Leitung prüfen lassen.
Haare, Seife und Kalk als Ursachen
Der häufigste Verursacher ist ein Geflecht aus Haaren, das sich um die Stege des Ablaufs oder im Siphon festsetzt. Seifenreste und Hautfett verkleben es zu einer zähen Masse, die Wasser kaum noch durchlässt. Je länger die Haare, desto schneller bildet sich der Pfropfen.
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Die Schritte, die Sie selbst gehen können
Nehmen Sie zuerst die Abdeckung des Ablaufs ab. Meist sitzt sie mit einer Schraube oder lässt sich mit dem Fingernagel hochhebeln. Ziehen Sie das Haargeflecht mit einer Zange oder einem Haken heraus und spülen Sie das Sieb gründlich aus. Schon dieser Handgriff behebt viele Fälle.
Hilft das nicht, folgt die Saugglocke. Füllen Sie die Wanne ein paar Zentimeter, setzen Sie die Glocke dicht auf den Ablauf und pumpen Sie kräftig auf und ab. Eine Anleitung mit Hinweisen zu Dichtigkeit und Überlauf finden Sie in Saugglocke richtig einsetzen.
Lässt sich der Siphon von oben erreichen, kann er mit etwas Geschick gereinigt werden. Stellen Sie ein Gefäß darunter und beachten Sie die Dichtungen. Fest verbaute Siphons unter Wannen, die nur nach Abnehmen der Verkleidung zugänglich sind, überlassen Sie besser dem Fachbetrieb. Auf Flaschenreiniger verzichten Sie besser, denn sie setzen Dichtungen und Wannenoberflächen zu.
Was für ein tieferes Problem spricht
Kommt das Wasser nach gründlicher Reinigung weiterhin nur zäh ab, rückt das Rohr hinter dem Siphon in den Blick. Dort kann sich Ablagerung angesammelt haben, oder das Gefälle stimmt nicht mehr. Ein Gefälle verliert sich etwa durch Setzungen oder Fehler beim Einbau, und dann steht ein Rest Wasser dauerhaft im Rohr.
Weitere Warnzeichen sind modriger Geruch trotz sauberem Siphon, feuchte Stellen an der Wandverkleidung der Dusche oder ein Absinken des Wasserspiegels ohne erkennbaren Grund. Letzteres kann auf eine undichte Stelle im Abfluss hindeuten. In diesem Fall belastet jede weitere Nutzung das Bauteil, denn Feuchtigkeit sammelt sich dort unbemerkt.
Eine Fachkraft kann den Strang maschinell reinigen und den Rohrverlauf notfalls mit einer Kamera beurteilen. Mehr dazu in Kamerainspektion im Abwasserrohr. Die Inspektion zeigt, ob eine Ablagerung, ein Knick oder ein Schaden vorliegt, bevor jemand Fliesen öffnet.
So bleibt der Ablauf lange frei
Ein feines Haarsieb im Ablauf fängt den größten Teil ab, bevor er in den Siphon gelangt.
Leeren Sie es nach jedem Duschen, das dauert wenige Sekunden. Wer lange Haare hat, vermeidet damit die meisten späteren Verstopfungen.
Einmal im Quartal gehört ein Blick unter die Abdeckung dazu. Ein Pinsel oder eine alte Zahnbürste entfernt Beläge, bevor sie festwachsen. Warmes Wasser mit etwas Spülmittel löst den Seifenfilm, ohne die Leitung zu belasten.
Vor dem Anruf abhaken
Häufige Fragen
Warum bleibt nach dem Duschen ein Rest Wasser in der Wanne?
Ein kleiner Rest kann an leichtem Gefälle oder an einer feinen Ablagerung im Ablauf liegen. Bleibt er nach Reinigung des Siebs bestehen, ist die Wanne vielleicht nicht ganz eben eingebaut. Das lässt sich mit einer Wasserwaage prüfen. Weicht der Befund deutlich ab, sollte der Einbau begutachtet werden.
Kann Kalk allein den Ablauf verstopfen?
Kalk verengt den Querschnitt nur langsam und führt selten allein zum Stillstand. Zusammen mit Seifenresten und Haaren entsteht aber eine zähe Schicht, die den Fluss bremst. Beläge am sichtbaren Ablauf entfernen Sie mechanisch, etwa mit einer weichen Bürste. Tiefer sitzende Ablagerungen gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
Wie finde ich heraus, ob die Wanne dicht ist?
Beobachten Sie, ob der Wasserspiegel in einer gefüllten Wanne ohne Nutzung absinkt und ob an Silikonfugen, Wandanschlüssen oder an der Decke darunter feuchte Stellen entstehen. Ein Fleck am Putz oder ein dunkler Rand sind ernst zu nehmende Zeichen. Dann sollten Sie die Wanne nicht weiter nutzen und das Bad prüfen lassen.