Vorsorge
Leitungstausch im 60er- und 70er-Jahre-Haus
Wer ein Haus aus den 60ern oder 70ern besitzt, findet im Keller oft verzinkte Stahlrohre, die von innen zuwachsen. Das merkt man spät, oft erst an braunem Wasser oder schwachem Druck. Der Zustand lässt sich an einigen Zeichen erkennen, und ein Tausch lässt sich in Ruhe planen.

Warum verzinkte Stahlrohre altern
In vielen Gebäuden jener Jahrzehnte wurde das Trinkwasser durch verzinkte Stahlrohre geführt. Die Zinkschicht schützt zunächst vor Rost. Mit den Jahren wird sie vom Wasser abgetragen, besonders bei warmem Wasser und bei harter Wasserqualität. Darunter beginnt das Eisen zu korrodieren, und die Rohre wachsen von innen allmählich zu.
Der Querschnitt wird enger, der Druck an der Zapfstelle sinkt, und beim Öffnen des Hahns kommt zuerst bräunliches Wasser. Hinzu kommt Lochfraß, der an einzelnen Stellen das Rohr durchdringt und plötzlich zu Feuchteschäden führt. Das Rohr sieht von außen oft unauffällig aus, während innen nur noch ein schmaler Kanal übrig bleibt.
Auch Verbindungen und Fittings altern. Gewindeverbindungen aus verschiedenen Metallen bilden elektrochemische Elemente und korrodieren schneller. Wie Sie solche Rohre erkennen, zeigt der Ratgeber Verzinkte Stahlrohre; allgemeine Merkmale der Epoche stehen in Leitungen aus den 60ern und 70ern erkennen. Wer die Rohre sichtet, kann sie leichter einem Material und damit einer möglichen Alterung zuordnen.
Anzeichen und Sichtprüfung
Typische Zeichen sind bräunliches Wasser nach Standzeit, ein spürbar nachlassender Druck und feuchte Stellen an Verschraubungen. Auch Rostspuren an sichtbaren Rohrabschnitten im Keller gelten als Warnsignal. Steigt der Druck bei Entnahme nur noch träge, verengt sich das Rohr. Dazu passt der Ratgeber Braunes Wasser aus dem Hahn.
Laien können die Rohre im Keller ansehen. Verzinkte Rohre haben eine graue, matte Oberfläche und Gewindefittings. Kupfer ist rötlich bis braun, Kunststoff glatt und farbig. Blei dagegen ist weich, dunkelgrau und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen; wer Blei vermutet, lässt es prüfen, denn Bleileitungen sollten ausgetauscht werden. Mehr dazu im Ratgeber Bleileitung erkennen.
Dokumentieren Sie, was Sie sehen, mit Fotos und Datum. Notieren Sie Druckverhältnisse an verschiedenen Zapfstellen und das Verhalten des Warmwassers. Genaue Beobachtungen helfen dem Fachbetrieb bei der gezielten Prüfung. Erst die Fachkraft beurteilt, ob Teilsanierung oder kompletter Tausch infrage kommt.
Termin für die Fachkraft? Rufen Sie an.01579 2841438
Wie ein Tausch geplant und durchgeführt wird
Für Bestandsaufnahme und Planung vermitteln wir einen selbstständigen Betrieb. Er nimmt die Installation auf, erkennt Strangverläufe und bespricht mit Ihnen Umfang und Reihenfolge. Die Planung entsteht gemeinsam mit dem Betrieb, ebenso die Abrechnung. Ein Besuch vor Ort klärt, wo Schächte verlaufen, welche Strecken frei zugänglich sind und wie sich Absperrungen einbauen lassen.
Planbar statt unter Druck
Der Leitungstausch ist ein typisches Vorsorgeprojekt: Wer ihn plant, entscheidet in Ruhe, wann und in welcher Reihenfolge gearbeitet wird. Wer wartet, bis ein Rohr bricht, handelt unter Druck und bei Nässe. Das ist keine Drohung, sondern schlichte Vernunft: lieber in Ruhe vorbereiten als hektisch aufräumen.
Ein Hauscheck liefert die Grundlage. Er zeigt, welche Stränge zugänglich sind, wie der Druck verteilt ist und wo es feucht wird. Ergebnisse gehören in die Hausakte, damit spätere Maßnahmen darauf aufbauen. Wie das gelingt, steht im Ratgeber Sanitär-Hauscheck und auf der Seite Wartung und Hauscheck.
Bis zum Tausch helfen einfache Maßnahmen: Wasser morgens kurz ablaufen lassen, bevor man es trinkt, wenn es braun erscheint, und Rohrverbindungen im Blick behalten. Die Ursache beseitigen sie nicht, aber sie verschaffen Zeit für die Planung. Im Ernstfall sorgt das Hauptabsperrventil für schnelle Begrenzung, wie bei Rohrbruch beschrieben.
Woran Sie es erkennen
Wann ein Rohr nicht mehr hält
Dringend wird es bei Rohrbruch oder Lochfraß mit sichtbarem Wasseraustritt. Schließen Sie das Hauptabsperrventil, soweit Sie es ohne Wasserkontakt erreichen, schützen Sie Möbel und Geräte und lassen Sie sich per Anruf einen Betrieb für die Schadenstelle vermitteln. Betreten Sie den Raum nicht, sobald an Steckdosen oder Geräten Nässe sichtbar ist; den Strom schaltet eine Elektrofachkraft ab. Wie dann vorzugehen ist, beschreibt die Seite zum Rohrbruch. Die Quelle muss gefunden werden, bevor Wände und Böden voll Wasser gesogen sind.
Das steht bei Ihnen an? Fragen Sie nach.01579 2841438
Häufige Fragen
Woran erkenne ich verzinkte Stahlrohre?
Sie sind grau, matt und haben meist Gewindefittings mit Verdickungen an den Verbindungen. Mit einem Magneten lassen sich Stahlrohre von Kupfer und Kunststoff unterscheiden. Bei Unsicherheit bestimmt der Fachbetrieb das Material, das ist wichtig für die Planung. Fotografieren Sie dazu die Fittings und Rohrenden, an denen die Oberfläche zu erkennen ist.
Muss ich alle Leitungen auf einmal tauschen?
Nicht zwingend. Je nach Zustand lassen sich Stränge nacheinander erneuern, etwa Bad für Bad. Dann sollte aber ein Plan für das ganze Haus vorliegen, damit Anschlüsse zusammenpassen und alte Abschnitte nicht neue belasten. Das legt die Fachkraft mit Ihnen fest.
Ist braunes Wasser gesundheitsschädlich?
Rostbraunes Wasser enthält Eisenpartikel und ist unappetitlich; ob es gesundheitlich relevant ist, hängt vom Einzelfall ab. Verwenden Sie es erst, wenn es wieder klar ist, und lassen Sie die Ursache prüfen. Bei Verdacht auf Blei gilt besondere Vorsicht.
Wie lange dauert ein Leitungstausch?
Das hängt von Umfang, Zugänglichkeit und Haus ab. Der Fachbetrieb schätzt nach Besichtigung ein, wie die Arbeiten gegliedert werden und welche Bereiche zeitweise ohne Wasser sind. Wichtig ist, dass Sie sich vorab klar sind, wo Wasser abgestellt wird und wie lange das voraussichtlich andauert.