Küchenabfluss verstopft: Ursachen erkennen
Steht das Spülwasser plötzlich im Becken, steckt selten Zufall dahinter. Meist hat sich über Wochen etwas aufgebaut, das Sie an bestimmten Anzeichen unterscheiden können. Dazu gehört auch, welcher Handgriff unbedenklich ist und an welchem Punkt die Leitung besser ein Fachbetrieb öffnet.

Woran Sie die Art der Verstopfung erkennen
Läuft das Wasser über Tage immer langsamer ab, wächst fast immer eine Ablagerung an der Rohrwand.
Fett, Speisereste und Seifenfilm verbinden sich dort zu einer Schicht, die den Querschnitt Millimeter für Millimeter verengt. Plötzlich einsetzende Stauung deutet dagegen eher auf einen Pfropfen aus Kaffeesatz, Reis oder Nudelresten hin, der sich an einer Biegung festgesetzt hat.
Auch der Geruch verrät etwas. Ein säuerlicher, ranziger Ton spricht für Fettablagerungen, ein fauliger für verrottende Essensreste im Siphon. Gluckernde Geräusche beim Abpumpen der Spülmaschine zeigen, dass die Luft nicht mehr frei nachströmt. Notieren Sie sich diese Beobachtungen, denn sie grenzen die Ursache später deutlich ein.
Was Fett in der Leitung anrichtet
Flüssiges Bratfett wirkt harmlos, solange es heiß ist. Sobald es in der kühleren Leitung abkühlt, erstarrt es und bleibt an der Wand haften. Jede weitere Ladung Spülwasser lagert Schmutzpartikel an, bis eine feste, wachsartige Schicht entsteht. Dieser Prozess läuft leise und unbemerkt ab, deshalb wirkt die plötzliche Verstopfung so überraschend.
Heißes Wasser allein löst eine solche Schicht nicht zuverlässig. Das Fett rutscht damit nur tiefer ins Rohr und härtet erneut aus, häufig an einer schlechter erreichbaren Stelle. Kunststoffrohre und ältere Dichtungen vertragen dauerhaft sehr heißes Wasser zudem schlecht. Kochendes Wasser im Dauereinsatz ist also keine Lösung, sondern verlagert das Problem.
Wer dem Aufbau vorbeugen will, lässt Bratfett in einem Behälter erkalten und gibt es in den Hausmüll. Wie sich das im Alltag organisieren lässt, beschreibt der Ratgeber Fett im Abfluss vermeiden. Pfannen vor dem Spülen mit Küchenpapier auszuwischen, nimmt dem Rohr schon den größten Teil der Last ab.
Ein Punkt davon betrifft Sie? Rufen Sie an.01579 2841438
Was Sie selbst versuchen können
Beginnen Sie mit einer Sichtprüfung des Siebs. Ein Rest im Einsatz oder ein verklebter Rand lässt sich mit Handschuhen und einem Löffel entfernen. Danach hilft es, Wasser laufen zu lassen und zu beobachten, ob sich das Abflussverhalten ändert. Mehr als diesen Griff ins Becken braucht es bei leichten Fällen oft nicht.
Als nächste Stufe eignet sich die Saugglocke. Sie muss das Becken luftdicht abschließen, deshalb den Überlauf mit einem feuchten Lappen verschließen und das Becken so weit füllen, dass die Gummiglocke bedeckt ist. Wie Sie dabei Druck und Sog richtig dosieren, steht in Saugglocke richtig einsetzen.
Den Siphon unter der Spüle dürfen Sie öffnen, wenn Sie vorher einen Eimer unterstellen. Die Überwurfmuttern sind meist von Hand lösbar. Waschen Sie die Teile im Eimer durch und achten Sie beim Zusammenbau auf den korrekten Sitz jeder Dichtung. Flüssige Abflussreiniger lassen Sie im Regal: Sie zersetzen Gummiteile, und ein Spritzer im Gesicht kann ernsthaft verletzen.
Wann die Leitung ein Fachbetrieb öffnen sollte
Bleibt das Wasser nach Saugglocke und gereinigtem Siphon stehen, liegt die Verstopfung weiter hinten. Mit Hausmitteln erreichen Sie sie nicht mehr, und wahllos stochern verschiebt sie nur. Das gilt ebenso, wenn mehrere Abläufe im Haus gleichzeitig schwächeln, denn dann ist der gemeinsame Strang betroffen.
Prüfpunkte an der Spüle
Häufige Fragen
Warum läuft nur ein Becken der Doppelspüle schlecht ab?
Dann sitzt die Engstelle meist im Einzelanschluss dieses Beckens, am Siphon oder im Rohrstück bis zur Zusammenführung. Das Sieb, das Ablaufventil und die Dichtungen sind die ersten Kandidaten. Lässt sich dort nichts finden, bleibt ein Hindernis im gemeinsamen Rohr, und die Leitung sollte ein Fachbetrieb prüfen.
Darf ich Spülmittel oder Salz in den Abfluss geben?
Etwas Spülmittel mit warmem Wasser kann Fettfilm am Sieb lösen, ersetzt aber keine Reinigung des Siphons. Salz und andere Hausmittel greifen Fettpfropfen kaum an. Verlassen Sie sich lieber auf mechanische Schritte wie Saugglocke und gereinigten Siphon, statt immer neue Mittel in die Leitung zu geben.
Wie oft sollte ein Küchenabfluss gereinigt werden?
Das Sieb leeren Sie am besten täglich, den Siphon prüfen Sie ein bis zwei Mal im Jahr auf Ablagerungen. Wer viel mit Fett kocht, sollte eher öfter hinsehen. Verstopft der Ablauf trotzdem wiederholt, sollte ein Fachbetrieb die Leitung hinter dem Siphon untersuchen.