Legionellen im Einfamilienhaus vorbeugen
Legionellen sind Bakterien, die sich in Warmwasserleitungen vermehren können. Wichtig sind, welche Bedingungen sie begünstigen, mit welchen Gewohnheiten Sie vorbeugen und weshalb Messung, Einstellung und Sanierung ausschließlich Sache des Fachbetriebs sind.

Was Legionellen eigentlich sind
Legionellen kommen natürlich in Gewässern vor und gelangen in kleinen Mengen auch ins Trinkwassernetz. Zum Problem werden sie erst bei starker Vermehrung in der Hausinstallation. Gefährlich ist nicht das Trinken, sondern das Einatmen feiner Tröpfchen, etwa beim Duschen.
Ihr Wachstum hängt von drei Dingen ab: stehendem Wasser, einem Temperaturbereich im lauwarmen Spektrum und einem Biofilm an den Rohrwänden, der den Keimen Nahrung und Schutz bietet. Fehlt eine dieser Bedingungen, haben sie es schwerer. Deshalb setzt Vorsorge genau dort an.
Gesunde Menschen erkranken selten, Risikogruppen sind jedoch empfindlicher. Wer im Haushalt Ältere, Kleinkinder oder Personen mit geschwächter Abwehr hat, sollte das Thema ernster nehmen. Verdacht oder gesundheitliche Beschwerden gehören in ärztliche Hände und nicht in Eigenregie am Hahn.
Bedingungen, die Keime begünstigen
Besonders anfällig sind Leitungsabschnitte, in denen das Wasser selten ausgetauscht wird.
Dazu zählen wenig genutzte Gästebäder, Stichleitungen zu Außenhähnen und Anschlüsse, die nach einer Umbaumaßnahme stillgelegt, aber nicht abgetrennt wurden. Dort steht das Wasser tagelang.
Auch der Speicher selbst spielt eine Rolle. Ein Warmwasserspeicher, der dauerhaft zu kühl betrieben wird, bietet den Keimen Wachstumsbedingungen. Gleichzeitig verlangt der Schutz vor Verbrühung eine sinnvolle Obergrenze. Die richtige Einstellung gehört deshalb in Fachhände, die beide Anforderungen berücksichtigen.
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Was Sie im Alltag tun können
Der wichtigste Handgriff ist Bewegung im Wasser. Warm- und Kaltwasser an selten genutzten Zapfstellen regelmäßig laufen lassen, sodass die Leitung durchgespült wird. Das gilt für Gästebad, Waschküche und Außenhahn. Nach einer längeren Reise empfiehlt sich ebenfalls kurzes Fließenlassen, wie im Beitrag Trinkwasser nach längerer Abwesenheit beschrieben.
Duschköpfe und Perlatoren lassen sich einfach kontrollieren. Sie sammeln Kalk und Biofilm, und beides lässt sich nach dem Abschrauben reinigen und entkalken. Wechseln Sie verschlissene Teile aus. Das senkt die Belastung an der Stelle, an der das Wasser als Tröpfchen in die Luft gelangt.
Beobachten Sie außerdem, ob Warmwasser im Haus zuverlässig warm ankommt. Dauerhaft lauwarmes Wasser am Hahn ist ein Signal und gehört in die Notiz für den Fachbetrieb. An den Reglern am Speicher sollten Sie hingegen nichts verändern, auch nicht in guter Absicht.
Wo Laien aufhören und der Fachbetrieb beginnt
Untersuchungen des Wassers, Temperaturmessungen an der Anlage und Anpassungen der Speichereinstellung sind Aufgaben des Fachbetriebs. Er kann Leitungsführung, Totstränge und Zirkulation beurteilen und Mängel gezielt beseitigen. Ein Wasserlabor und eine Fachkraft arbeiten dabei oft zusammen.
Besteht der Verdacht auf eine erhöhte Keimbelastung, sprechen Sie mit einem Fachbetrieb und gegebenenfalls mit dem Gesundheitsamt. Eigene Experimente mit heißem Wasser an der Armatur oder mit Desinfektionsmitteln in der Leitung sind keine Lösung und können Menschen und Material gefährden.
Ein vermittelter, selbstständiger Betrieb kann sich Ihre Anlage ansehen und mögliche Schwachstellen benennen. Die dazu passende Leistung finden Sie unter Trinkwasserhygiene. Ein Hauscheck, der auch die Warmwasserseite umfasst, ist ein guter Anlass für ein solches Gespräch.
Umbau und Stilllegung bedenken
Wird ein Bad umgebaut oder ein Anschluss aufgegeben, bleibt oft ein Rohrstück zurück, das nicht mehr durchströmt wird. Solche Totstränge sind ein Paradebeispiel für stehendes Wasser. Sie gehören zurückgebaut, und zwar möglichst nah an der Stelle, an der sie vom durchflossenen Rohr abzweigen.
Hygiene-Gewohnheiten im Haus
Häufige Fragen
Kann ich Legionellen selbst nachweisen?
Ein verlässlicher Nachweis ist nur über eine Wasserprobe möglich, die ein geeignetes Labor untersucht. Heimtests sagen wenig aus. Haben Sie Bedenken, besprechen Sie das Vorgehen mit einem Fachbetrieb, der Probenahme und Bewertung einordnen kann.
Reicht es, das Wasser heiß laufen zu lassen?
Das ist keine sichere Maßnahme und kann Verbrühungen verursachen. Eine Anpassung der Temperaturen an Anlage und Speicher gehört in Fachhände, ebenso die Bewertung, ob ein Problem vorliegt. Selbst gebastelte Heißwasserspülungen sollten Sie unterlassen.
Betrifft das Thema auch Häuser mit wenigen Bewohnern?
Ja, denn weniger Verbrauch bedeutet mehr stehendes Wasser. Deshalb ist Durchspülen und ein Blick auf die Anlage in kleineren Haushalten sinnvoll.