Bleileitung erkennen
Blei in der Hausinstallation ist heute unerwünscht, in manchen Gebäuden aber noch vorhanden, meist als Anschlussstück oder Reststrecke. Entscheidend ist, wie sich Bleirohre von anderen unterscheiden, wo sie typischerweise sitzen und was zu tun ist, wenn der Verdacht besteht.

Warum Blei im Trinkwassernetz ein Thema ist
Blei kann sich im Wasser lösen, vor allem wenn es lange in der Leitung gestanden hat oder weich und leicht sauer ist. Aufgenommenes Blei reichert sich im Körper an, deshalb gilt es als unerwünscht, besonders in Haushalten mit Säuglingen und Schwangeren. Das Risiko hängt von Dauer und Menge ab, nicht von einem einzelnen Schluck.
Früher war Blei ein gängiger Werkstoff für Hausanschlüsse und Steigleitungen, weil es sich leicht biegen ließ. Bleileitungen im Trinkwasser sollten ausgetauscht werden. Wer ein Rohr verdächtigt, sollte die Bestimmung veranlassen, statt abzuwarten.
Ob in Ihrem Haus noch Blei steckt, lässt sich oft mit wenigen Beobachtungen eingrenzen. Die Prüfung ist mit wenigen Handgriffen möglich. Wichtiger als jede Vermutung ist, dass Sie die Stelle sicher erkennen und das Ergebnis weitergeben. Dazu zählt, die Stelle im Haus genau zu benennen und mit Foto zu belegen.
Aussehen und einfache Proben
Bleirohre sind stumpf-grau, haben eine matte, leicht silbrige Oberfläche und wirken dick im Verhältnis zum Innendurchmesser. Sie sind weich und verlaufen in sanften Bögen statt in scharfen Winkeln. An Verbindungen sitzen oft wulstige, handgeformte Lötstellen, die wie verdickte Knoten aussehen. Dagegen sind Kupferrohre hart, rötlich und klingen beim Anklopfen hell.
Zwei Proben helfen weiter. Erstens: Ein Magnet haftet nicht, denn Blei ist nicht magnetisch. Zweitens: Wenn Sie mit einem Schlüssel oder Löffel behutsam über das Rohr schaben, glänzt die Stelle silbrig-metallisch. Kupfer färbt sich rötlich, Stahl bleibt dunkel. Beide Handgriffe hinterlassen höchstens einen kleinen Kratzer, den Sie mit Farbe wieder schließen können.
Bleibt das Ergebnis unklar, fotografieren Sie die Stelle mit Lineal und beschreiben die Probe. Verwechslungen mit überstrichenem Kupfer oder mit altem Zinn sind möglich. Eine eindeutige Bestimmung führt der Fachbetrieb durch, Ihre Bilder erleichtern ihm den Einstieg. Schreiben Sie auch auf, wo das Stück sitzt und wie dick es ist, denn der Durchmesser hilft bei der Einordnung.
Lieber gleich nachfragen? Hier ist die Nummer.01579 2842368
Wo Blei im Haus vorkommen kann
Am häufigsten sitzt Blei zwischen Hausanschluss und Wasserzähler oder als kurzes Stück hinter dem Zähler.
Schauen Sie dort, wo die Leitung ins Haus eintritt, meist im Keller oder im Hausanschlussraum. Auch Verbindungen zu Steigleitungen und alte Anschlussstücke an Armaturen kommen infrage. Dort beginnt die Hausinstallation, und dort wurden früher oft weiche Werkstoffe eingesetzt.
Auch hinter Wänden kann Blei verlaufen. Was Sie nicht sehen, können Sie nicht beurteilen, und das ist kein Grund zur Sorge, sondern zur Rückfrage beim Fachbetrieb. Mietwohnungen und Eigentümergemeinschaften klären solche Fragen sinnvoll gemeinsam und mit Unterlagen zum Baujahr. Gemeinsame Unterlagen zeigen, welche Stränge bereits erneuert wurden und welche noch im Ursprungszustand sind.
Was Sie im Verdachtsfall tun
Lassen Sie Wasser nach längerem Stillstand, etwa morgens, zunächst einige Zeit ablaufen, bevor Sie es zum Trinken und Kochen nutzen. Stehendes Wasser nimmt mehr Metall auf. Nutzen Sie bei Zweifeln für Säuglingsnahrung vorerst Wasser aus anderer Quelle und lassen Sie die Leitung bewerten. Das Ablaufenlassen ersetzt den Austausch nicht, es mindert nur die Belastung.
Eine Wasseruntersuchung durch ein Labor zeigt, ob Blei im Wasser nachweisbar ist. Wie man eine Probe richtig entnimmt, klärt das Labor selbst. Ihre Wasserprobe ersetzt aber keine Bestimmung der Leitung, sondern ergänzt sie. Die Ergebnisse gehören in die Hausakte, damit sie bei späteren Fragen zur Hand sind. Wie sie aussieht, zeigt der Beitrag Hausakte Sanitär.
Arbeiten an der Leitung, vom Anbohren bis zum Austausch, macht ein eingetragener Installateur. Besteht der Verdacht oder ist Blei bestätigt, rufen Sie an; über uns lässt sich ein unabhängiger Fachbetrieb für Bestimmung und Austausch vermitteln. Zum Austausch größerer Abschnitte passt die Leistung Leitungstausch. Bereiten Sie Fotos und Notizen vor, damit das Gespräch kurz bleibt.
Bleiverdacht prüfen
Häufige Fragen
Ist jede graue Leitung aus Blei?
Nein. Auch überstrichene oder dunkel angelaufene Kupfer- und Stahlrohre sehen grau aus. Entscheidend sind Gewicht, Weichheit, fehlender Magnetismus und der silbrige Glanz an einer angeritzten Stelle. Im Zweifel bestimmt ein Fachbetrieb den Werkstoff eindeutig.
Darf ich ein verdächtiges Rohrstück selbst abschneiden?
Das sollten Sie lassen. Der Eingriff in die Trinkwasserleitung bleibt dem eingetragenen Installateur überlassen, schon weil danach Dichtheit und Hygiene stimmen müssen. Dokumentieren Sie die Stelle, statt zur Säge zu greifen.
Hilft ein Wasserfilter gegen Blei?
Manche Filter vermindern Blei im Wasser, ersetzen aber nicht den Austausch der Leitung. Außerdem müssen sie regelmäßig gewartet werden, sonst werden sie selbst zum Problem. Betrachten Sie einen Filter nur als Übergang, bis der Fachbetrieb die Leitung bewertet hat.