Eingefrorene Leitung: was tun, was lassen
Bei strengem Frost bleibt der Hahn plötzlich trocken oder liefert nur ein Rinnsal. Zu unterscheiden ist, welche Handgriffe Sie selbst übernehmen können und welche schiefgehen. Dazu gehört, die Lage einzuschätzen, Schäden zu vermeiden und den Fachbetrieb mit den richtigen Angaben anzurufen.

Frost im Rohr erkennen
Wenn nur ein Hahn trocken bleibt, ein anderer aber läuft, ist meist ein einzelner Strang betroffen. Fließt gar nichts, kommt auch ein Problem am Hausanschluss in Frage. Ein pfeifendes Geräusch oder ein stotternder Strahl beim Aufdrehen deutet auf eine teilweise Eisbildung hin. Ein vereistes Rohr fühlt sich oft eisig kalt und leicht feucht an.
Eis dehnt sich beim Gefrieren aus und kann Rohre sprengen. Ein Riss fällt meist erst auf, sobald das Eis schmilzt und das Wasser durch die Rissstelle austritt. Beobachten Sie deshalb gefährdete Leitungen auch dann, wenn alles zunächst wieder normal wirkt. Prüfen Sie nach jedem Auftauen sorgfältig alle sichtbaren Rohrstrecken.
Gefährdet sind Leitungen in kalten Kellerecken, an Außenwänden, unter dem Dach, in Garagen und Gartenhäusern sowie Außenarmaturen. Dort kühlt die Leitung rasch aus, vor allem bei Zugluft. Ein Blick auf den Wasserzähler zeigt, ob nach dem Auftauen irgendwo Wasser abfließt. Bei älteren Häusern empfiehlt es sich, die gefährdeten Stellen einmal im Herbst abzugehen und aufzuschreiben.
Die ersten Handgriffe
Drehen Sie den betroffenen Hahn auf und lassen Sie ihn geöffnet. So kann Tauwasser abfließen, und es baut sich kein Druck auf. Schließen Sie das Absperrventil vor dem gefrorenen Abschnitt, falls eines vorhanden ist, damit nach dem Auftauen kein Wasser unkontrolliert austritt. So bleibt die Lage übersichtlich, während das Eis allmählich nachgibt.
Wärme hilft, aber behutsam. Lassen Sie den Raum langsam wärmer werden, etwa über die vorhandene Heizung oder die Tür zum beheizten Nachbarraum. Bleibt die Stelle gefroren oder tritt irgendwo Wasser aus, ist ein Fachbetrieb gefragt.
Dehnt sich Eis weiter, entsteht Druck zwischen zwei Eispfropfen. Das gilt besonders bei Kupfer- und Kunststoffrohren. Bleibt die Leitung nach einer halben Stunde trocken, hören Sie auf und rufen den Betrieb. Mehr Hintergrund zu Notfallhandgriffen bietet der Ratgeber Rohrbruch im Haus: die ersten Handgriffe.
Das steht bei Ihnen an? Fragen Sie nach.01579 2841438
Was Sie unbedingt lassen sollten
Direkte Hitze hat an der Leitung nichts zu suchen.
Sie erwärmt das Rohr punktuell, Dämmstoffe und Holz fangen Feuer, Kunststoff schmilzt, Kupfer kann reißen. Schon mancher Wohnungsbrand begann mit einem Versuch, ein Rohr zu erwärmen. Überlassen Sie das Auftauen dem Fachbetrieb.
Schalten Sie Heizkörper nicht auf maximale Stufe, um die Leitung zu wärmen. Das überlastet das System, ohne die Stelle zu erreichen. Eine kleine Hilfe ist das Öffnen von Schranktüren unter Spüle oder Waschbecken, damit warme Raumluft an die Außenwandleitungen gelangt.
Nach dem Auftauen und für den nächsten Winter
Ist die Leitung wieder frei, prüfen Sie jede Verbindung auf Feuchte. Legen Sie ein Tuch unter, drehen Sie das Wasser langsam auf und beobachten Sie die Stelle. Tritt irgendwo Wasser aus, sperren Sie wieder ab und rufen an. Gleiches gilt, wenn der Wasserzähler bei geschlossenen Hähnen weiterläuft.
Gegen den nächsten Frost helfen Dämmung der Rohre, dichte Fenster im Keller und ein Mindestmaß an Beheizung. Außenhähne sperren Sie innen ab und entleeren sie rechtzeitig, wie der Ratgeber Außenwasserhahn frostsicher machen beschreibt. Heizkabel für Rohre sind eine Option, die ein Fachbetrieb einbauen kann, wenn Dämmung allein nicht reicht, etwa bei Leitungen in Garage oder Vorbau.
Wer länger abwesend ist, lässt das Haus nicht ganz auskühlen oder entleert gefährdete Stränge. Planen Sie das am besten schon im Herbst ein. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, klärt ein Fachbetrieb beim Termin. Wird die Leitung nicht frei, rufen Sie an; ein unabhängiger Betrieb aus der Region wird vermittelt.
Frostschutz für Leitungen
Häufige Fragen
Wie lange darf eine Leitung gefroren sein?
Je länger sie gefroren bleibt, desto größer ist das Risiko eines Risses, wenn sie auftaut. Handeln Sie, sobald Sie das Problem bemerken, und beobachten Sie die Leitung anschließend aufmerksam. Bei Zweifel an einer Rissstelle sperren Sie die Leitung ab.
Reicht es, den Keller zu beheizen?
Den Raum langsam zu erwärmen ist sinnvoll, etwa über die vorhandene Heizung oder eine geöffnete Tür zum beheizten Nachbarraum. Wichtig ist, dass die Wärme gleichmäßig wirkt und nicht gezielt auf ein einzelnes Rohr gerichtet wird. Hilft das nicht oder zeigt sich Feuchtigkeit, ist ein Fachbetrieb gefragt.
Ist ein tropfender Hahn im Winter sinnvoll?
Ein leichter Wasserfluss in gefährdeten Strängen verringert die Gefahr, hilft aber nicht bei jedem Frost und kostet Wasser. Besser ist Vorsorge durch Dämmung und Beheizung. Fragen Sie den Betrieb nach Dämmung und Heizbändern für gefährdete Stränge.