Rohrbruch im Haus: die ersten Handgriffe
Ein Rohrbruch fühlt sich an wie ein Kontrollverlust, folgt aber einer festen Reihenfolge: Wasser stoppen, Räume sichern, Schaden festhalten, Hilfe rufen. Manche Handgriffe können Sie selbst erledigen, die Instandsetzung der Leitung gehört einem Fachbetrieb.

Erst das Wasser abstellen, dann nachdenken
Bevor Sie Eimer suchen oder Möbel verrücken, gehört die Zufuhr abgestellt. Das Hauptabsperrventil sitzt in Fließrichtung vor oder direkt am Wasserzähler, oft im Keller oder in einem Technikraum. Je nach Bauart wird es am Hebel oder am Handrad zugedreht; prüfen Sie vorher, ob der Zugang trocken und frei ist. Merken Sie sich die Drehrichtung für den nächsten Notfall.
Läuft danach noch Wasser nach, handelt es sich um den Rest, der in den Leitungen steht. Öffnen Sie dann einen Hahn auf der tiefsten Etage und einen im Obergeschoss, damit die Leitung leerläuft und weniger Wasser an der Bruchstelle austritt. Der Rest versiegt von selbst, sobald die Leitung entleert ist.
Lässt sich das Ventil nicht drehen oder bleibt es undicht, zwingen Sie es nicht mit Werkzeug oder Rohrzange. Ein festgegangenes Handrad bricht schnell ab, und dann sprudelt es erst recht. Rufen Sie in diesem Fall den Fachbetrieb an, statt es weiter zu versuchen; das Absperren muss dann auf anderem Weg erfolgen.
Woran Sie einen Rohrbruch erkennen
Der offensichtliche Fall ist die Fontäne oder der Wasserfilm am Boden. Tückischer sind Brüche in Wand oder Decke: Dort zeigen sich dunkle Flecken, Tapeten lösen sich, der Putz fühlt sich kühl und klamm an, oder aus der Steckdosenblende läuft es. Auch ein plötzliches Rauschen bei geschlossenen Hähnen deutet auf eine geplatzte Leitung hin.
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Räume schützen und Gefahren ernst nehmen
Nach dem Absperren geht es um Schadensbegrenzung. Räumen Sie Teppiche, Kartons und alles, was Wasser aufsaugt, aus dem betroffenen Bereich. Kleine Wassermengen nehmen Sie mit Wischmopp, Handtüchern oder Nasssauger auf, größere Pfützen schieben Sie in Richtung Bodenablauf. Lüften hilft, solange keine Feuchtigkeit nachläuft. Handschuhe schützen dabei vor kaltem und oft verschmutztem Wasser.
Besondere Vorsicht gilt bei Strom. Berührt das Wasser Steckdosen, Verteiler oder Geräte, bleibt der Bereich für Sie gesperrt, und den Strom schaltet eine Elektrofachkraft ab. Das gilt auch für Keller, in denen die Heizungspumpe oder die Waschmaschine im Wasser steht. Sicherheit geht vor jedem Möbelstück.
Tropft es aus der Decke, stellen Sie Gefäße unter. Eine Wasserbeule öffnen Sie nicht selbst. Räumen Sie den Bereich darunter, meiden Sie Leuchten und Kabel und rufen Sie an. Tragen Sie festes Schuhwerk.
Was ein Fachbetrieb übernimmt
Die Bruchstelle selbst zu schließen, gehört nicht in Laienhände. Eingriffe an der Trinkwasserinstallation darf ein eingetragener Installateur ausführen. Üblich ist, die Leitung freizulegen, das beschädigte Stück zu entfernen und durch ein neues zu ersetzen. Klemmschellen oder Reparaturband aus dem Baumarkt sind allenfalls kurzzeitige Hilfen und kein Ersatz für diese Arbeit.
Wenn Wasser in Wand oder Boden steckt, ist die Ortung oft der halbe Auftrag. Dafür kommt Messtechnik zum Einsatz, mit der sich klärt, ob die Leitung an einer oder an mehreren Stellen betroffen ist. Näheres zum Vorgehen finden Sie auf der Seite zur Leckortung, damit Sie wissen, was beim Termin auf Sie zukommt.
Rufen Sie an, sobald das Wasser aus ist. Aus der Region wird ein selbstständiger Betrieb vermittelt; Umfang und Ablauf klären Sie mit ihm. Wichtig für den Betrieb sind die Austrittsstelle, der Absperrstatus und die Frage, ob Strom im Spiel ist.
Dokumentieren, bevor aufgeräumt wird
Machen Sie Fotos, bevor Sie wischen und räumen: Bruchstelle, nasse Flächen, betroffene Möbel, Wasserstand am Boden.
Ergänzen Sie ein Foto vom Wasserzähler mit Stand. Diese Bilder zeigen später, was passiert ist. Informieren Sie außerdem Ihre Gebäudeversicherung über den Schaden.
Entsorgen Sie beschädigte Teile nicht vorschnell. Das abgebrochene Rohrstück, ein geplatzter Schlauch oder ein aufgequollenes Möbelteil kann Hinweise auf die Ursache geben. Legen Sie es trocken ab und zeigen Sie es dem Fachbetrieb. Wer sorgfältig sammelt, kann Rückfragen später leichter beantworten. Gerade kleine Teile lassen sich später kaum rekonstruieren, wenn sie weggeworfen wurden.
Das gehört in den Rohrbruch-Ablauf
Häufige Fragen
Darf ich eine geplatzte Leitung selbst abdichten?
Ein Provisorium mit Klemmschelle oder Dichtband verschafft Zeit, ersetzt aber keine Reparatur. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation gehören einem eingetragenen Installateur. Sperren Sie das Wasser ab, sichern Sie den Raum und lassen Sie die Stelle ordentlich erneuern, damit sie nicht erneut aufgeht.
Wie finde ich heraus, ob der Bruch hinter der Wand liegt?
Achten Sie auf feuchte, kühle Wandflächen, Verfärbungen, Rauschen bei geschlossenen Hähnen und einen laufenden Zähler ohne Verbrauch. Mit Messtechnik lässt sich die Stelle eingrenzen. Notieren Sie, wo es zuerst aufgefallen ist.
Soll ich den Strom selbst abstellen, wenn der Keller nass ist?
Nein. Berührt das Wasser Steckdosen oder Geräte, bleiben Sie draußen. Eine Elektrofachkraft nimmt den Strom vom Netz und prüft die Anlage. Erst wenn sie freigegeben hat, ist es sicher, das Wasser abzusaugen und die Räume zu trocknen. Das gilt auch für Geräte, die am Boden stehen.